Capri, Ischia und Procida Doku (2014)

Veröffentlicht am 01.04.2016

Capri ist ein beliebtes Ziel vor allem für Tagestouristen, die die berühmte Blaue Grotte sehen wollen oder hoffen, das ein oder andere berühmte Gesicht aus der Welt des Kinos zu erspähen. Dabei hat die kleine Insel sehr viel mehr zu bieten: atemberaubende Landschaften, exzentrische Architektur und liebenswürdige Bewohner. Capri übt offenbar eine geradezu magische Anziehungskraft aus, denn fast alle Inselbewohner können Geschichten von Menschen erzählen, die eigentlich nur für einen Tag nach Capri kommen wollten und ihr ganzes Leben blieben. Auf Ischia landeten vor rund 3.000 Jahren griechische Seefahrer, gründeten eine Kolonie und bauten ihren Wein auf der fruchtbaren Vulkanerde an. Auch jetzt noch kommen Menschen nach Ischia, um zu bleiben – einige der Liebe wegen. So zog vor 50 Jahren eine deutsche Kunststudentin aus Hannover mit einem Maler aus Ischia in die wildromantische Ruine des Castello Aragonese und lebt noch heute dort. Und eine aus Norditalien stammende Meeresbiologin fand auf Ischia neben ihrer großen Liebe auch ihre Lebensaufgabe. Sie untersucht den Meeresboden auf ausströmende Vulkan-Gase. Procida ist die kleinste der drei Inseln im Golf von Neapel und fast noch ein Geheimtipp. Nur wenige kennen das malerische Fischerdörfchen La Corricella oder die schaurige Festung der Terra Murata, in der bis vor wenigen Jahren noch Schwerverbrecher eingekerkert wurden. Noch gehört Procida den Einheimischen, die sehr stolz sind auf ihr Eiland. „Die schönsten Mädchen und die besten Kapitäne kommen aus Procida“, behaupten sie.

nd singt bei phänomenaler Akustik, um dann auf ein ordentliches Trinkgeld zu warten. Es herrscht Konkurrenz um die zahlenden Gäste. Schon längst hat sich herumgesprochen, welche Nationalitäten besonders großzügig sind und welche nicht.

Baustellen nur per Treppe erreichbar
Gegenüber von Capri erstreckt sich die Amalfiküste. Legendäre Orte wie Sorrent oder Positano liegen an der Steilküste zwischen Neapel und Salerno. Wer an dieser Panoramastraße bauen will, ruft Giovanni Bottone. Er leitet ein Transportunternehmen mit Maultieren und ist sehr bekannt. Mehrere Baustellen betreut er gleichzeitig, alle sind nur per Treppe zu erreichen. Oft gilt es, über 500 Stufen zu bezwingen. Dann schleppen ausschließlich Giovannis Tiere Ziegel oder Mörtel. Aber es gibt auch Orte, an die nicht einmal seine Lastesel hinkommen.

Eine Pasta bei Umberto
Die kleine Bucht Conca dei Marini erreicht man nur vom Wasser aus. Dort führen die Lauritanos das Restaurant La Tonnarella. Früher wurden hier die Tunfische zusammengetrieben, seit den 1950er-Jahren wurden sie hier nicht mehr gesehen. Dafür kam Jacky Kennedy als Gast in die Bucht und aß im Strandhäuschen von Umberto eine Pasta. Das war der Anfang des Lokals. Heute schmeißen Umbertos junge Enkeltöchter den Laden mit der schwierigen Logistik und dem Risiko, dass bei rauer See nicht ein Gast kommt.

Nur eine Familie darf Garnelen fischen
Auch die Fischerfamilie Morvillo ist vom Wetter abhängig. Sie ist die einzige an der Küste, die noch Gamberetti aus dem Meer holen darf. Ihr Fang ist so begehrt, dass er direkt vom Kutter verkauft wird. Der Direktor vom Meeres-Nationalpark sorgt dafür, dass diese Familie als einzige Garnelenfischer bleiben darf. Er hat auch den sogenannten „Meeresfeger“ täglich im Einsatz, eine schwimmende Rostlaube, die zwischen Sorrent und Amalfi Müll sammelt.

Tierische Rettungsschwimmer
In dem Ort, der der Küste ihren Namen gab, trainiert Maria Cirillo mit ihren Rettungshunden. Sie bringt Golden Retriever dazu, Menschen, die zu ertrinken drohen, aus dem Wasser zu holen. Doch bevor die Arbeit beginnt, gibt es erst einmal Kaffee an der Bar und für die Hunde eine Runde Cornetti. Wer weiß, was am belebten Strand gleich alles los sein wird.